Neue Sonderausstellung des Stadtmuseums

04.05.2018

Neue Sonderausstellung des Stadtmuseums Hildburghausen zu Herzogin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen

 

Der 200. Todestag der Herzogin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen (1769-1818) am 14. Mai 2018 ist willkommener Anlass für das Stadtmuseum, in einer Sonderausstellung dieser bemerkenswerten historischen Persönlichkeit unserer Stadtgeschichte zu gedenken.

Unter dem Titel „Viel des Herrlichen war in dieser Hülle…“ (ein Teil der Inschrift an Ihrem Grabmal) soll anhand von originalen Belegstücken und erläuternden Texten das interessante und für Hildburghausen so segensreiche Leben und Wirken dieser bedeutenden Frau nachgezeichnet werden.

Charlotte, eine geborene Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz und Schwester der Königin Louise von Preußen (1776-1810), galt nicht nur als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit, sondern war auch eine begnadete Sängerin, die in Konzerten der Hildburghäuser Bevölkerung regelmäßig Ihr Können präsentierte. Dieses Talent brachte ihr von der Bevölkerung den Beinamen „Sing-Lotte“ und von ihren Geschwistern den Titel „Sing-Schwester“ ein. 

Durch ihre Liebe zu Kunst und Kultur, sowie der Ambition, Dichter und Denker nach Hildburghausen zu ziehen, trug sie erheblich zum Ruf Hildburghausens als „Klein Weimar“ bei. Mit dem heutigen Werbeslogan „Der kleine Klassiker“ versucht die Stadt an diese Tradition zu erinnern. Charlottes privates Leben war jedoch überschattet durch die unglückliche Ehe mit ihrem Gatten Herzog Friedrich (1763-1834), aus der in 18 Jahren 12 Kinder hervorgingen. Nur sieben dieser Kinder erreichten das Erwachsenenalter. Auch die äußeren Umstände ihrer Regentschaft waren nicht gerade günstig. Das Land war durch die verheerende Schuldenpolitik der vorangegangenen Herzöge stark verschuldet und stand seit 1769 unter der Zwangsverwaltung einer kaiserlichen Debitkommission. Die durch die rigide Sparpolitik sowie die zahlreichen Truppendurchzüge während der napoleonischen Kriege und mehrere Missernten hervorgerufene Not der ärmeren Bevölkerungsschichten weckte in ihr das mitfühlende Herz einer guten Landesmutter. So soll sie einen großen Teil ihrer persönlichen Einkünfte für die Armenversorgung und Lehr- und Erziehungskosten Bedürftiger verwandt haben. Überhaupt scheint Charlotte, die ihrem Gatten geistig weit überlegen war, einen  großen Anteil an den, Ende des 18. Jahrhunderts begonnnen, Reformen des Hildburghäuser Staatswesens gehabt zu haben. Sie soll auch persönlich den jungen und talentierten Schulrat Carl Ludwig Nonne (1785-1854) zu Pestalozzi in die Schweiz geschickt haben, um dessen Lehrmethoden im Hildburghäuser Schulwesen einzuführen.

Heute erinnert an die einstmals sehr beliebte Herzogin in Hildburghausen nur noch wenig. Am beeindruckendsten ist wohl ihr in Form eines bronzenen Kandelabers gestaltetes Grabmal im Zentrum des städtischen Friedhofs. Die einstmals vorhandene Charlottenstraße und  auch eine Charlottenapotheke existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Lokalität  möchte mit seinem Namen „Café Charlott“ die Erinnerung an die einstige Landesmutter wach halten. Ein Grund mehr, mit dieser Ausstellung erneut das Wissen um diese große Frau zu vertiefen…

Die Ausstellung bis zum 29.7.2018 zu sehen.

 

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