Ein Haus erzählt Geschichte und Geschichten.

Das Baudenkmal "Alte Post" in Hildburghausen wurde 1989 -1993 wunderschön restauriert und beherbergt seitdem die Sammlungen des Stadtmuseums Hildburghausen, welches bereits seit 1904 existiert. Das Gebäude repräsentiert selbst ein gutes Stück Baugeschichte Hildburghausens: Ein Stadtmauerturm aus dem 14. Jahrhundert und ein Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert wurden in späterer Zeit miteinander verbunden, weitere An- und Aufbauten kamen hinzu, und dieses Konglomerat verschiedener Baukörper, das vom Stadtmauerteil über einen Fachwerk-Laubengang bis zur klassizistischen Fassade reicht, bildet wunderbarerweise ein schönes, geschlossenes Ganzes. Von 1809 bis 1849 diente das Gebäude als Thurn und Taxissches Postamt, daher rührt auch sein Name.

Hildburghäuser Geschichte und Geschichten können auch die vielen Exponate in der Dauerausstellung des Museums erzählen.
Der Bogen wird dabei gespannt von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1234 zum Handwerk im Ackerbürgerstädtchen, vom Leben am Hofe in der kleinstaatlichen Residenz zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert, vom berühmten Technikum in der "Stadt der Schulen" zum Alltagsleben im 20. Jahrhundert.

Einen Höhepunkt in der ständigen Ausstellung bildet eine wertvolle Sammlung von Erstausgaben des Bibliographischen Institutes von Joseph bzw. Hermann Meyer (1828 - 1874), einem der erfolgreichsten Verlage des 19. Jahrhunderts, wo ein Stück europäischer Buch- und Verlagsgeschichte geschrieben wurde. Zu den vielbewunderten Exponaten gehört hier eine 52-bändige Erstausgabe von Meyers Konversationslexikon.
Und schließlich zieht das Mysterium der rätselhaften Dunkelgräfin viele Gäste aus dem In- und Ausland an.